Über Mindset und Mentoring: Thomas Metzmacher von Sage

Über Mindset und Mentoring: Thomas Metzmacher von Sage

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TechTeens bringt erfahrene Berufstätige mit Jugendlichen aus Leipziger Oberschulen zusammen. Das Ziel: digitale Teilhabe ermöglichen und für die facettenreiche Berufswelt der IT-Branche begeistern. Mentor Thomas von Sage erzählte uns im Interview, was Mindset mit Mentoring zu tun hat, was ihn an TechTeens begeistert und welche Visionen er hat. 

Thomas Metzmacher ist Teamleiter eines globalen Entwicklungsteams am Leipziger Standort der Sage GmbH. Seit 2019 beteiligt sich das Unternehmen an der Seite von SoftwareONE mit engagierten Mentoren und Mentorinnen und finanzieller Unterstützung am TechTeens Projekt. Während Thomas als Mentor mit Leidenschaft an den Unterrichtsstunden mitwirkt, kümmert er sich als Teil des TechTeens-Orga-Teams um die Kooperationsentwicklung von Sage und TechTeens. 

Wie schaffst du es, von deinem Arbeitszimmer im Dachboden aus soziales Engagement zu betreiben? 

Wie schaffst du es, von deinem Arbeitszimmer im Dachboden aus soziales Engagement zu betreiben? 

Für mich ist das gar nicht so festgesetzt, wo ich mich engagiere – ob auf dem Dachboden sitzend oder von einem Garten ausIch habe zum Beispiel mal im Stadtgarten in Connewitz geholfen, eine Hütte aufzubauen und einen Teich zu reinigen. Letzteres ist natürlich mal eine schöne Abwechslung zu meinem Arbeitsalltag, aber soziales Engagement funktioniert auf vielen Ebenen: nicht nur handwerklich, sondern eben auch mal bequem vorm Rechner wie hier bei TechTeens. Und mir macht es extrem viel Spaß neue Erfahrungen zu sammeln, aber auch meine eigenen zu teilen und Leute auf ihrem Weg zu begleiten. Vor allem, wenn es um Softskills geht! Durch das soziale Engagement lässt sich unglaublich gut Menschenkenntnis entwickeln, aber vor allem auch das richtige Mindset aufbauen. Ich möchte, dass die Kids lernen, dass Fehlschläge völlig in Ordnung sindman daraus lernt und sich davor nicht fürchten sollte. Sowas zu vermitteln macht mir unglaublich Spaß. Teenagern, die quasi ihr ganzes Berufsleben noch vor sich haben und die grade in einer Phase sind, wo sie nach und nach Entscheidungen treffen werdengebe ich sowas sehr gern mit auf den Weg. Es ist einfach toll zu sehen, was man da bewirken kann.  

Ich denke es ist von enormem Wert, die Generationen nach uns mit dem richtigen Mindset auszustatten, denn für die Zukunft ist es so wichtig, offen und neugierig zu sein. Und diese Wirkung gibt einfach ein super Gefühl, egal ob ich das hier oben im Dachboden oder mit einer Schaufel in der Hand im Garten mache.  

Wie genau würdest du dieses Mindset beschreiben, das du den TechTeens vermitteln möchtest?

Wie genau würdest du dieses Mindset beschreiben, das du den TechTeens vermitteln möchtest?

Da gehört so viel dazu! Das lässt sich vielleicht erstmal mit einem agilen Mindset benennen: alles offen entgegenzunehmen, auch Kritik anzunehmen. Sich nicht scheuen, Kritik auszusprechenpositive wie negative. Aber ich halte es für wichtig,  dabei nicht den angemessenen Ausdruck, Zeitpunkt und Respekt dabei zu vergessen. Diese Offenheit ist meiner Ansicht nach die Grundlage für ein glückliches Leben und für Zufriedenheit mit dem, was man macht. Wenn man diese Dinge nicht versteht, wird man irgendwann unglücklich, weil nichts so läuft, wie man denkt. Wenn man aber bereit istvon jedem zu lernen und ehrlich Fehler und Meinungen mit Respekt einzugestehen, dann hilft einem das eigentlich überall – egal, welche berufliche Laufbahn einmal eingeschlagen wird. 

Du bist bereits seit einigen Monaten digital als Mentor dabei. Wie würdest du die Eindrücke der letzten Monate zusammenfassen? 

Du bist bereits seit einigen Monaten digital als Mentor dabei. Wie würdest du die Eindrücke der letzten Monate zusammenfassen? 

Das sind natürlich sehr viele Eindrücke! Die sind primär geprägt durch das, was uns alle momentan beschäftigt: die besonderen Voraussetzungen unter Corona. Wir sind direkt digital gestartet. Es hatte auch seine Vorteile, so einzusteigen und von Anfang an alles auf diese Weise aufzubauen. Aber es war natürlich trotz allem eine große Herausforderung. Man musste technisch erstmal einige Hürden nehmen, aber ich muss sagen, dass es unter diesen Voraussetzungen wirklich gut läuft! Ich bin jemand, der anfangs ins kalte Wasser gesprungen ist und gleich in der ersten Unterrichtsstunde einen aktiven Part übernommen hat. Danach war ich dann sozusagen aufgetaut und dann fiel es mir mit jedem Mal leichter, mich einzubringen. Wenn man einmal gelernt hat, dass die Teens nicht beißen, funktioniert das wirklich super.  

Unter den momentanen Voraussetzungen habe ich viel Neues gelernt, vor allem wie man Unterricht online hält und solche Dinge. Für mich ist das so interessant, denn ich habe noch nie mit Jugendlichen zusammengearbeitet. Ich fand das Projekt für mich persönlich spannend, weil ich meinen Horizont erweitern kann. Es ist einfach was anderes, ob ich mit meinen Kollegen remote zusammenarbeite – die wissen in der Regel was sie tun, kennen die Technik und ihnen sind die Themen bekannt, über die wir sprechen. Aber für die Kids ist das dagegen komplettes Neuland. Da ist natürlich der Wunsch da, vor Ort zu sein und ihnen das alles zeigen zu können. Aber es ist erstaunlich, wie gut man das eben doch auch remote hinbekommt! Wichtig ist einfach, dass man sich damit vorher beschäftigt und nicht online das Gleiche macht wie in PräsenzMan muss sich fragen: Wie können wir das online gestalten? Wir hatten sicherlich auch das eine oder andere Mal gemerkt: Okay, das wirkt digital einfach nicht. Wir haben uns ausprobiert und es hat auch mal weniger gut geklappt. Aber das gehört dazu, denn wir haben daraus gelernt. Ich habe also definitiv mehr Erfahrungen gesammelt, welche Methodiken online angemessen sind und wie man im digitalen Raum die Aufmerksamkeit der Kids bekommt. Die digitale Umsetzung anonymisiert ja sofort total. Da ist jetzt ‘irgendjemand’ online mit oder ohne Webcam zugeschalten. Da muss man sich überlegen, wie man die Truppe motiviert, sodass sie aufmerksam sind und Spaß am Projekt behalten. Darüber habe ich auf jeden Fall schon eine Menge gelernt und für mich etwas mitgenommen. 

An was arbeitet ihr in diesem Jahr mit den Jugendlichen und wie kam es zu dieser Idee? 

An was arbeitet ihr in diesem Jahr mit den Jugendlichen und wie kam es zu dieser Idee? 

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Am Anfang hieß es, wir wollen den Kids die Entscheidung komplett überlassen. Die einzige Vorgabe ist im Prinzip, dass es ein digitales Projekt sein soll und dass die Fähigkeiten der Mentorengruppe vertreten sind, damit wir das Projekt umgesetzt bekommen. Das hat sich aufgrund der Projektbedingungen mit uns Mentoren und Mentorinnen im Homeoffice dann etwas verändert. Wir haben natürlich dennoch die Kreativität der Kids eingebunden und gemeinsame Brainstormings gehabt. Die besonderen Voraussetzungen haben es einfach erfordert, dem Ganzen einen stärkeren Rahmen zu setzen, damit wir auch vorankommen. Deswegen haben wir uns relativ schnell auf Scratch als digitales Tool geeinigt. Damit hatten wir rein zu Übungszwecken mal angefangen und das kam bei den Kids super an. Sie kamen sehr schnell ins Handeln, weil man die Handhabung methodisch gut vermitteln konnte. Neben dem technischen Bereich gibt es natürlich auch noch Projektplanung und –organisation, die die Jugendlichen momentan lernen. Scratch hat aber vor allem für unsere technische Umsetzung sehr schnell den Weg geebnet.

Als wir wussten, womit wir arbeiten wollen, kam die Frage: Was wollen wir damit nun entwickeln? Im Rahmen des Möglichen haben wir die Ideen der Teens genommen, die tendenziell in Richtung Appspiele, Lernprogramme und dergleichen gingen – jedenfalls sollte es mit Nachdenken zu tun haben. Letztendlich haben wir uns dann gemeinsam für einen Escape Room entschieden. Da kann man Rätsel einbinden, die uns auch ermöglichen, ihnen andere Inhalte beizubringen: zum Beispiel Mathematisches oder geschichtliche Ereignisse. Mit Scratch lässt sich das super umsetzen und bleibt für die Jugendlichen auf einem nachvollziehbaren Level. Das kam bis jetzt wirklich ziemlich gut an und sie bringen weiter Ideen ein. Jetzt sind wir aktuell dran, aus den vielen Einzelideen eine große Geschichte zu stricken. Dass das bei den Jugendlichen ankommt, zeigen vor allem die Teilnahmezahlen. Der Lehrer hat uns neulich zurückgemeldet, dass die Anwesenheit und Mitarbeit für Remotezeiten wirklich beeindruckend sind. Man darf die technische Hürde nicht unterschätzen, die wir mit den Kids erstmal überwinden mussten. Dass dann so rege teilgenommen wird, zeigt uns den Willen, der dahintersteht.  TechTeens ist für die Kids was anderes als eine übliche Unterrichtsstunde – und das ist so cool. 

Es wäre toll, wenn das Projekt noch mehr Schulen bedienen könnte, weil es echt was bringt, um sich weiterzuentwickeln und die Welt gleichzeitig weiter zu digitalisieren.“

Ehemaliger TechTeens Teilnehmer Mirko, heute Auszubildender bei SoftwareONE

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Welche Chancen siehst du im TechTeens Projekt für das Bildungssystem? 

Welche Chancen siehst du im TechTeens Projekt für das Bildungssystem? 

Ich würde mir wünschen, dass das Bildungssystem uns sieht und merkt, dass es funktionierenden Remote-Unterricht gibt. Und dass sich die Politik dann mal fragt, warum sie sich das nicht in die allgemeine Praxis überführt. Es wäre schön, wenn wir als Best Practice Beispiel so einen Einfluss einmal haben könnten. Ich meine, wir machen das nebenbei. Wenn das Lehrkräfte beruflich den ganzen Tag machen und sich pädagogisch damit intensiv auseinandersetzen würden: nicht auszudenken, was dann möglich wäre! 

Wie profitierst du persönlich und beruflich von deiner Mentorentätigkeit? 

Wie profitierst du persönlich und beruflich von deiner Mentorentätigkeit? 

Ich bin jemand – das hat sich erst über die Jahre so entwickelt –, der es einfach toll findet, andere Menschen zu verstehen und mich in sie hineinzuversetzen. Und um das zu können, muss man den eigenen Blickwinkel ändern und so etwas macht mir einfach Spaß. Nicht nur durch meine Tätigkeit als Teamleiter seit einem Jahr, sondern auch vorher als Scrummaster und Agile Coach bei Sage habe ich über die Jahre mit unterschiedlichen Menschen zusammengearbeitet. Dadurch ist diese Facette von mir gewachsen und begleitet mich inzwischen auch privat. Ich bin Rollenspieler und Spielleiter und habe dadurch viel über Improvisation gelernt und wie ich mich in andere hineinversetze, wenn ich verschiedene Figuren spiele. In erster Linie geht es natürlich um den Spaß, aber man lernt auch ganz viel für das berufliche Leben. Und so ist das auch bei TechTeens. Die Zusammenarbeit mit den Teens, aber auch mit anderen Mentoren ist für mich so reizvoll, weil ich wieder neue Sichtweisen kennenlerne und mehr Diversifikation zusammenkommt. Daraus nehme ich ganz viel mit. Es unterstützt mich, Menschen besser einschätzen und flexibler reagieren zu können. Wie ich einem Jugendlichen programmieren beibringe ist nochmal was ganz anderes als das beispielsweise mit Senioren zu machen.  

Mir ist es sehr wichtig, ein breites Spektrum an Persönlichkeiten kennenzulernen. Das macht mir hier total viel Spaß, da ich selbst keine Kinder und auch sonst nicht viel mit jungen Menschen zu tun habe. Neulich hat mich selbst verblüfft, dass meine Tipps für Kollegen und Kolleginnen mit Kids im Homeoffice auf offene Ohren gestoßen sind. Zum Beispiel war da ein Mitarbeiter, dessen Sohn sich mit der Organisation seiner Schulaufgaben schwergetan hat. Ich habe ihm dann vorgeschlagen, mit ihm ein Kanban-Board zu nutzen, um dieses befriedigende Gefühl einer abgeschlossenen Aufgabe noch zu verstärken. Das habe er wohl glücklich angenommen. Solche Ideen ziehe ich hier aus dem Projekt. 

Neulich in der Unterrichtsstunde gab es auch einen Moment, da wusste ich mal nicht weiter. Ich arbeite im Alltag selbst nicht mit Scratch und bin bei einer Fragestellung an meine Grenzen gestoßen. Wir stießen dann auf ein Problem, das Teens und ich nicht lösen könnten. Wie geht man jetzt mit so einer Situation um? Da kommen wir wieder zum Mindset, von dem ich vorhin gesprochen habe. Etwas nicht zu wissen, ist überhaupt nicht schlimm und man sollte sich dafür nicht schämen. Das passiert mir im Alltag ständig. “Was machen wir da jetzt?”, habe ich die Kids gefragt und wir sind ins Internet gegangen und haben nach einer Lösung gesucht. Das ist ja heute ganz normal und kennen sie. Wir leben heutzutage nun mal in einer Informationsflut und man kann gar nicht mehr alles wissen. Man muss wissen, wo es steht und man muss es anwenden können, wenn man es findet. Das ist viel wichtiger – und ist in dem Fall mit den TechTeens gelungen. 

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Wie bist du zur IT gekommen?  

Wie bist du zur IT gekommen?  

Ich habe mich schon mit sehr jungen Jahren mit Technik beschäftigt. Wenn ich so überlege, welches soziale Engagement mir damals entgegengebracht wurde, als ich in dem Alter war… Was mich damals am meisten geprägt hat, war mein Internetcafé. Da ging es noch gar nicht um Programmierung, sondern erstmal nur um die Nutzung der Programme oder den Umgang mit Betriebssystemen. Ich durfte überall mal reinschnuppern und habe das dadurch erst richtig kennengelernt. Ich war vielleicht nicht überall top, aber darum ging es auch gar nicht. Die haben gesehen, was für einen Bock ich darauf hatte und dass da was in mir schlummert, was raus und mehr will. Darin haben sie mich sehr unterstützt und meine berufliche Laufbahn sehr geprägt. Mit 14 habe ich meine erste Internetdomain – damals noch kostenlos – registriert. Die habe ich heute noch und werde ich auch bis auf die Ewigkeit behalten. Dieser Support war einfach unglaublich hilfreich. Das habe ich damals vielleicht gar nicht so bemerkt, aber rückblickend sehe ich das als große Bereicherung und ich hoffe, dass ich das nun den TechTeens weitergeben kann. 

Welche Momente mit den TechTeens lassen deine Augen aufleuchten? 

Welche Momente mit den TechTeens lassen deine Augen aufleuchten? 

Naja eigentlich dieser Moment, wenn ich sowas auch mit unseren Teens schaffe. Das lässt meine Augen aufleuchten. Also dann, wenn jemand sagt: “Das zeigt mir hier genau, was ich will.” oder auch “Ne, das will ich auf keinen Fall mal machen.” Dann habe ich jemanden womöglich davor beschützt, die eigene berufliche Laufbahn in eine falsche Richtung einzuschlagen. Oder wenn ich sehe, dass die Teens von sich selbst getrieben an Aufgaben arbeiten oder in so großer Zahl trotz Schulschließungen teilnehmen. Ich meine, sie sind vielleicht noch etwas schüchtern, aber sie sind da. Das lässt die Augen leuchten. 

Welche Eigenschaften deuten für dich darauf hin, dass ein/e Jugendliche/r mal für dein Team geeignet sein könnte?

Welche Eigenschaften deuten für dich darauf hin, dass ein/e Jugendliche/r mal für dein Team geeignet sein könnte?

Das ist eine schwere Frage. In der Regel sucht man ja nicht den Prototypen. Ich möchte ein Team aus verschiedenen Charakteren. Aber es gibt natürlich trotz allem ein paar Merkmale, die man da nennen kann. Das Mindset ist, wie schon angedeutet, bei mir das Wichtigste. Es geht nicht darum, ob ich eine Sache überragend kann, sondern es geht um den Willen, es zu lernen. Dazu gehören Engagement und Ehrgeiz in einem gesunden Maße, also dieser Eigenantrieb. Ein gewisses Maß an Kreativität finde ich auch bedeutend, also dass man mal abstrakter denkt oder sich traut, auch absurde Ideen einzubringen. Diese absurden Ideen werden zwar selten das Endergebnis, aber sie triggern innovative Ideen und daraus entstehen Lösungen. Eigentlich ist das generell eine wichtige Eigenschaft: sich zu trauen und auch wieder offen zu sein für Neues. Was mir aber auch besonders wichtig ist, ist der Wille, anderen zu helfen. Ich suche keine Alleinkämpfer, denn wer möchte schon Ellenbogen-Typen haben? Ich möchte jemanden, der zum Beispiel sagt: “Ich hab das jetzt verstanden, dann unterstütze ich jetzt jemanden, bei dem es noch nicht so ist.”

Das sind jetzt natürlich alles ziemlich große Schlagwörter und vieles davon werden die Teens erst noch lernen müssen. Das ist mir bewusst. Aber wenn ich da bereits Ansätze sehe, dann kann ich mir schon gut vorstellen, dass man den Rohdiamant hier bei TechTeens noch schleifen kann. Ich bin aber ehrlich: mit Ausbildungen bei Sage kenne ich mich gar nicht aus. Damit hatte ich bisher einfach keine Berührungspunkte, da ich iglobalen Kontext arbeite. Aber ich fände es wirklich toll, wenn wir eines Tages sowas schaffen. Ich würde mich da auch einbringen, wo es möglich ist. Wenn wir vielleicht mehr als ein Praktikum zustande kriegen, würde mich das schon sehr stolz machen. Ich hoffe, dass ich mit dem Engagement hier im Projekt noch mehr Kollegen und Kolleginnen anstecken und für TechTeens begeistern kann, sodass das Projekt hier im Unternehmen wächst. 

Welchen Stellenwert nimmt soziales Engagement bei deiner Organisation (Sage) ein? 

Welchen Stellenwert nimmt soziales Engagement bei deiner Organisation (Sage) ein? 

Ich kann natürlich nicht sagen wie andere Firmen das handhaben. Bei Sage ist das auf jeden Fall eine Besonderheit, die ich so nicht von meinen früheren Arbeitgebern kannte. Daran musste ich mich erstmal gewöhnen. Sage gibt jedem Mitarbeiter 5 Arbeitstage im Jahr, d. h. bei mir mit einer 40-Stunden-Woche beispielsweise 5 Tage zu je 8 Arbeitsstunden, die man für gemeinnützige Arbeit nutzen kann. Statt meinem Arbeitsalltag nachzukommen könnte ich mich morgen also einen Tag lang bei einem Projekt meiner Wahl engagieren, bekomme dafür weiterhin meinen Lohn gezahlt und muss die Arbeit im Kerngeschäft nicht nachholen. Das ist natürlich sehr attraktiv – nicht nur wegen der Finanzierung. Ich kann meiner Gemeinnützigkeit während der Arbeitszeit nachkommen. Soziales Engagement nach 17/18 Uhr zu betreiben, hat seine Grenzen und dem zu jeder Tageszeit nachgehen zu können, erweitert meine Möglichkeiten. Außerdem entlastet es ungemein, wenn ich nach einer Unterrichtsstunde am frühen Nachmittag weiß, dass ich deshalb nicht bis spät in die Nacht meine Kernprozesse nacharbeiten muss. Das motiviert sehr, sich sozial einzubringen. Aber auch finanziell unterstützt Sage gern da, wo es möglich ist. Das Unternehmen spendet in verschiedene Themenfelder. Aktuell steht die Aus- und Weiterbildung von Jugendlichen ganz oben. Da passt TechTeens einfach hervorragend. Die personelle Kraft der Mentoren und Mentorinnen ist ja das eine, aber für die technische Ausstattung der Teens braucht es auch finanzielle Mittel, die wir zur Verfügung stellen.  

Die Gelegenheit zu sozialem Engagement wird von den Mitarbeitenden bei Sage sehr gern angenommen. Aber eine Herausforderung ist es oft, für sich das passende Projekt zu finden. Sicher gibt es genug Bedarf, aber man will ja etwas entdecken, das einem selbst entspricht. 

Als ich dann auf TechTeens gestoßen bin, war das ein richtiger Goldfund. Ich wollte unbedingt was mit Jugendlichen machen, möchte aber nicht von Schule zu Schule etwas komplett selbst auf die Beine stellen oder interessierte Klassen suchen müssen, weil dafür einfach die Zeit nicht ausreicht. Mir fehlte ein Projekt, das so funktionierte. Und dann kam TechTeens genau richtig. Da hieß es: “Pass auf Thomas, du musst im Prinzip nur noch mitmachen. Die Kids sind da und sie warten nur noch drauf.” Und dann war das klar. Jetzt hoffe ich, dass wir bald noch viel stärker im Projekt vertreten sind.

Dieses Jahr beteiligen sich erstmals zwei Unternehmen an der TechTeens Initiative. Wie läuft die Zusammenarbeit mit Mentor*innen anderer Unternehmen ab? 

Dieses Jahr beteiligen sich erstmals zwei Unternehmen an der TechTeens Initiative. Wie läuft die Zusammenarbeit mit Mentor*innen anderer Unternehmen ab? 

Mir gefällt das Konzept, dass man Mentoren und Mentorinnen aus unterschiedlichen Unternehmen nimmt und sie das gemeinsam machen lässt. Die eigenen Kollegen kennt man oft schon ganz gut und ich mag es, neue Menschen kennenzulernen. Von daher ist es für mich super spannend, mit Kollegen anderer Unternehmen zusammenzuarbeiten. Da entsteht ein Networking-Effekt: man lernt neue Typen und Denkweisen kennen. 

Organisatorisch klappt das mit dem unternehmensübergreifenden Team auch. Wir haben regelmäßige Termine zur Unterrichtsvorbereitung, haben uns auf ein Tooling geeinigt und ich muss sagen, das funktioniert alles wirklich gut.  

Wenn ich ehrlich bin, würde ich es schon ein bisschen vermissen, wenn wir nur ein Sage Team wären. 

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Das ist ja auch enorm praktisch, wenn es zum Beispiel mal unternehmensinterne Meetings für alle Mitarbeitenden gibt, die sich mit der Projektstunde überschneiden. Da sind dann wir von Sage zum Beispiel mal für SoftwareONE eingesprungen. Natürlich brauchte man anfangs Zeit, um etwas warm zu werden und sich kennenzulernen. Dafür haben wir regelmäßige Kaffeetalks [organisiert von JOBLINGE], um über das Projektgeschehen hinaus ins Gespräch zu kommen. Da hat bisher schon ein reger Austausch stattgefunden. Es gibt, wie überall, auch bei uns ruhigere und aktivere Typen und man merkt, wie wir als Gruppe zusammengewachsen sind und agieren. Da spielt das Herkunftsunternehmen gar keine Rolle mehr. 

Kann ich auch ohne Programmierkenntnisse bei TechTeens mitmachen? 

Kann ich auch ohne Programmierkenntnisse bei TechTeens mitmachen? 

Natürlich! Viele denken zwar, es geht nur um Programmierung, wenn wir mit den Kids ein digitales Projekt umsetzen, aber dazu gehört noch so viel mehr. Wir haben momentan zum Beispiel Design und Content, wo man sich neben den Entwicklungsthemen engagieren kann. Es geht um Selbstorganisation, Projektmanagement, vielleicht geht es irgendwann auch mal um Kostenkalkulation, Marketing und co. Auch im Hintergrund laufen Prozesse, die Mentoren übernehmen können: die Dokumentation der Stunden, das Protokolieren der Stundenplanung und, und, und. Da kommt so viel zusammen, wo sich jeder mit dem eigenen Temperament und den eigenen Stärken einbringen kann.  

Im Prinzip kann jeder mitmachen und sich trauen. Die Grundvoraussetzung ist einfach, einen Selbstantrieb zu haben, neugierig auf diese pädagogische Welt zu sein und sich selbst weiterentwickeln zu wollen.

TechTeens 100 

TechTeens 100 

Mit seinem Selbstantrieb hat Thomas TechTeens zu Sage gebracht. Mit ihm und dem Unternehmen an unserer Seite kommen wir unserer Vision näher: immer mehr Jugendlichen einen sinnstiftenden Umgang mit digitalen Kompetenzen vermitteln und digitale Chancengerechtigkeit ermöglichen. 2021/22 wollen wir mit geballter Kraft aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik möglichst viele Bildungswege begleiten und nachhaltig fördern.

Werden Sie Teil der Mission! 

Mit seinem Selbstantrieb hat Thomas TechTeens zu Sage gebracht. Mit ihm und dem Unternehmen an unserer Seite kommen wir unserer Vision näher: 100 Jugendlichen einen sinnstiftenden Umgang mit digitalen Kompetenzen vermitteln und digitale Chancengerechtigkeit ermöglichen. Im Schuljahr 2021/22 wollen wir mit geballter Kraft aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik 100 Bildungswege begleiten und nachhaltig fördern.

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Informationen für Mentor*innen

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24.03.2021 – 14:00-15:00 Uhr
21.04.2021 – 14:00-15:00 Uhr
05.05.2021 – 14:00-15:00 Uhr
12.05.2021 – 14:00-15:00 Uhr 

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Oder vereinbaren Sie ein Gespräch mit uns!  

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Sebastian Goldhorn

Projektkoordination

Sebastian.Goldhorn@joblinge.de
Telefon: 0341/ 22327348
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Patricia Fedorov

Unternehmenskoordination und – entwicklung  

Patricia.Fedorov@joblinge.de
Telefon: 0341/ 9261 6716
Mobil: 0151/ 62804657

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Anna-Luise Friedrich

Mentoringbegleitung
Trainee und Werkstudentin

Anna-Luise.Friedrich@joblinge.de

 

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