Ehemaliger TechTeens Teilnehmer Mirko im Gespräch

Was wird eigentlich aus den TechTeens, wenn sie das Projekt verlassen? Wir haben Mirko gefragt: Teilnehmer des Projektes von 2018 bis 2020. Im September 2020 begann seine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung bei SoftwareONETechTeens Initiator und Praxispartner der ersten Stunde. Wie TechTeens seine berufliche Orientierung prägte, welche Highlights er erlebte und welche Potenziale er in der Initiative sieht, lesen Sie hier.

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Als wir Mirko Anfang 2021 für ein Telefoninterview “treffen”, sitzt er wie wir und viele andere im Homeoffice. Die Freude auf beiden Seiten ist groß.

Wir wollen wissen: Wie kann es für TechTeens Teilnehmende nach dem Projekt weitergehen?

Ungehemmt und gesellig beantwortet Mirko nicht nur unsere Fragen, sondern steckt mit seiner Energie und Neugier auf die unterschiedlichsten Themenfelder an. Schnell ist klar: Mirko war TechTeen aus Leidenschaft! 

Seit Jahresbeginn weiß er, dass er seinem Praxisunternehmen SoftwareONE als Auszubildender erhalten bleibt. Er sei nun offiziell aus der Probezeit. Im Interview erzählt er uns, wie gern er an die Arbeit geht. Neben den Arbeitsinhalten schätze er dort nicht nur die flexiblen Geschäftszeiten, sondern insbesondere die Kommunikationskultur im Team. Sie erinnere ihn an die familiäre Atmosphäre bei TechTeens: “Ich bin voll zufrieden!” Sein ehemaliger TechTeens Mentor Jirka (dabei seit 2018) ist als sein Ausbilder noch heute sein größter AnsprechpartnerDas Tandem funktioniere hervorragend und stärke ihn auf seinem Weg ungemeinJirka sagt mir immer: ‘Wenn du am Ende der Woche etwas Neues gelernt hast, dann war es eine erfolgreiche Woche.’ Das motiviert natürlich. Besonders dann, wenn ich mal länger für eine Aufgabe gebraucht habe. Da setze ich mich nämlich schnell unter Druck.”  

Unter den aktuellen Bedingungen im Lockdown treffen und tauschen sich die beiden zweimal täglich in Online-Meetings aus. Obwohl die Zusammenarbeit auf Distanz neue Herausforderungen mit sich brachte, zeigt sich Mirko positiv: “Es ist natürlich etwas anderes, wenn Jirka mir über die Schulter schauen und einfach mit dem Finger auf den Bildschirm zeigen könnte, wenn wir zusammen über meine Codes und co. sehen. Aber wir haben durch die Situation unsere Kommunikation noch mehr verfeinert. Inzwischen sind wir da ein eingespieltes Team. Wir wagen die These: Dass Mirko schon durch TechTeens mit Arbeitsoberflächen wie Microsoft Teams vertraut war, hat einen reibungslosen Einstieg in die Zusammenarbeit unter Remote-Umständen sicher begünstigt.  

Wie unterscheidet sich die Zusammenarbeit mit den Mentor*innen vom typischen Schulunterrricht?

Wie unterscheidet sich die Zusammenarbeit mit den Mentor*innen vom typischen Schulunterrricht?

Durch die Mentoren habe ich Hinterfragen gelernt. Das wird einem in der Realschule irgendwie abtrainiert. Wenn ich da Fragen gestellt habe, kam oft ein ‘Das ist halt so.’. Grade in der IT ist das aber so wichtig! Nur so hat man Chancen, sich weiterzuentwickeln. Schule zeigt dir durch den Leistungsdruck und die Noten eben immer eher, was du nicht kannst. Bei TechTeens war das anders:

Da konnte man sich ausprobieren und hat gesehen, wo die eigenen Stärken liegen.

Man wird einfach als Erwachsener wahrgenommen und das ist toll. Die Konversationen waren immer auf Augenhöhe. Vor allem bei gleichen Interessen hat das immer so Spaß gemacht. Ich meine, letztlich ist TechTeens wie das Internet: Beides hat großes Potenzial, um sich selbst weiterzubilden und Interessen zu wecken, die man vorher gar nicht kannte. Sie bieten eine Quelle an Möglichkeiten!” 

Wie hat TechTeens deinen Berufswunsch beeinflusst? Wie hast du dich durch das Projekt entwickelt?

Wie hat TechTeens deinen Berufswunsch beeinflusst? Wie hast du dich durch das Projekt entwickelt?

“Ich bin schon lange sehr an Fotografie interessiert, bestimmt mindestens seit 6 Jahren habe ich mich viel damit beschäftigt. Das verfolge ich aktuell nur etwas weniger, weil ich mich voll und ganz auf die Ausbildung konzentriere. Aber irgendwas in dieser Richtung war mal mein Berufswunsch. Deshalb hatte ich eine Zeit lang Mediengestaltung in Erwägung gezogen. Ich war aber auch immer schon sehr an Hardware interessiert, z. B. wie ein Computer aufgebaut ist. Allerdings wusste ich das alles immer nur theoretisch, vor TechTeens fehlte mir da sämtliche Praxis. Die Neugier auf Software war aber auch schon da: Ich hab bereits vor TechTeens angefangen, mir meine eigene KI zu programmieren. Inspiriert haben mich damals die Marvel-Filme um Iron Man, weil er mit J.A.R.V.I.S. dort seine eigene KI geschaffen hat. Das wollte ich auch unbedingt und hab dann mit If/Else-Funktionen selbst losgelegt. Die KI konnte mich dann begrüßen, mir die Uhrzeit ansagen und sowas. TechTeens hat sich dann als eher softwarelastig herausgestellt und durch diese Einblicke hatte ich direkt das Verlangen, meine KI noch weiter auszubauen.  

Ich bin dann auch das erste Mal mit JavaScript und Webdesign in Berührung gekommen. Vorher hatte ich gar keine Vorstellung davon, wie groß das Spektrum an Software und Programmiersprachen ist. Bei TechTeens haben wir so vieles kennengelernt – und dann ging es für mich richtig los! Ich hab’ dann verstanden, wie komplex und vernetzt das alles ist. Meine Motivation war zu dem Zeitpunkt schon so groß, dass ich auch nach TechTeens noch weiterprogrammiert habe. Ich wollte ja auch, dass wir mit unserem Projekt vorankommen. Die Zeit war nur auf ein Schuljahr begrenzt, deshalb habe ich dann in der Freizeit weiter gemacht und den Anderen den Fortschritt während der Stunde erklärt.  

Beworben habe ich mich dann Anfang der 10. Klasse, also in meinem zweiten Projektjahr. Ich habe vorher schon ein paar Praktika gehabt und mich ausprobiert. Zuerst hatte ich mich an Daniel [Mentor seit 2018] gewandt, bis das dann auch Jirka mitbekommen hat. In den Stunden hat er mir ab da immer mal über die Schulter gesehen [siehe Foto]. Irgendwann hab ich mir dann auch einen Onlinekurs gekauft, weil ich noch mehr lernen wollte. Du kannst in der IT nie auslernen – da gibt’s so viel Cooles.

Das da kannste machen und das ist auch noch spannend – die Möglichkeiten sind so vielfältig!

Jedenfalls kam dann das Bewerbungsgespräch und ich war mega aufgeregtMan weiß zwar, dass man das kann, aber unter Druck ist das nochmal was anderes. Ich sollte dann auch ausgerechnet einen Quellcode in JavaScript auf Fehler untersuchen… das war damals nicht grade meine Stärke. Jirka wollte aber sehen, wie ich an so eine Aufgabe herangehe und ich habe tatsächlich Fehler gefunden. Ja und jetzt bin ich hier Azubi! 

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Was hat dir TechTeens für deine Ausbildung mit auf den Weg gegeben?

Was hat dir TechTeens für deine Ausbildung mit auf den Weg gegeben?

“Die Teilnahme an TechTeens hat mir nicht nur zu dieser Ausbildung verholfen, weshalb ich sehr überzeugt von dem Projekt bin. Ich habe auch einen super Überblick über die Programmierwelt erhalten, z. B. dass man hier zwischen FrontEndBackEnd und noch einem funktionellen Bereich unterscheidet. Aber ich habe auch gelernt, was Teamwork bedeutet. Also dass es auf Zusammenhalt, Kommunikation und Nachfragen ankommt. TechTeens ist praktisch wie das Internet: Du hast da so viele Leute mit so vielen Kompetenzen und kannst von allen was lernen! Ich hab damals auch in jeden Bereich [Entwicklung, Design, Marketing, etc.] mal reingeschnuppert. Da merkt man erstmal, wie man Projekte plant und dass Programmieren nicht bedeutet, dass ich allein in meiner Höhle hocke, sondern im Team vorankomme.

Es wäre toll, wenn das Projekt noch mehr Schulen bedienen könnte, weil es einfach echt was bringt, um sich weiterzuentwickeln und die Welt gleichzeitig weiter zu digitalisieren.

Was was das Coolste im Projekt für dich?

Was was das Coolste im Projekt für dich?

“Ehrlich gesagt die Fehlersuchen mit den Mentoren. Wenn ein Code irgendwie nicht funktionieren will und man gemeinsam der Sache auf den Grund ging. Der Erfolg nach der Problemlösung, also wenn es endlich funktioniert, gibt mir auch jetzt immer einen riesigen Push. Das motiviert richtig, weiterzumachen.” 

Was möchtest du zukünftigen TechTeens mit auf den Weg geben?

Was möchtest du zukünftigen TechTeens mit auf den Weg geben?

“Nutze die Zeit bei TechTeens! In der Zeit kannst du dein Potenzial so weiterentwickeln und ganz neue Seiten an dir entdecken. Sprich mit deinen MentorInnen, frag sie, sie neugierig – auch über die IT hinaus ergeben sich mit ihnen so gute Gespräche. Und: schätze sowas.”

Mirko hat uns übrigens berichtet, dass auch seine Mitschüler*innen in Ausbildung oder Fachabitur übergegangen sind. Dabei verweist er jedoch dankbar darauf, dass er mit seiner Geschichte ein echter Glückspilz ist. Wir finden: Das hat er sich mit diesem Enthusiasmus und seiner vielfältigen Neugier mehr als verdient! Wir wünschen Dir alles Gute auf deinem Weg zum Fachinformatiker, Mirko!  

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